Allgemeine Richtlinien für das Verlegen von Stahlbetonschlitzrinnen

Vorbemerkung:

Die Schlitzrinnen entsprechen der EN 1433 bzw. DIN 19580 „Entwässerungsrinnen für Verkehrsflächen“ und diese sind bauaufsichtlich zugelassen.

1. Abnahme bei Anlieferung

Da die Schlitzrinnen „frei Bau unabgeladen“ geliefert werden, ist der Empfänger verpflichtet, Stückzahl, Qualität und sonstige Materialien (Dichtungsgummi, Gleitmittel, Versetzgehänge) zu prüfen. Der ordnungsgemäße Zustand ist auf dem Lieferschein zu bestätigen. Spätere Reklamationen werden nicht anerkannt.

2. Entladung und Lagerung

Um Beschädigungen zu  vermeiden, sind nbw-Stahlbeton mit geeigneten Hebezeugen zu entladen, die ruckartige Bewegungen vermeiden. Plötzliches Senken und Heben  ist dabei nicht zulässig. Die Entladung sollte mit dem mitgelieferten Versetzgehänge erfolgen, dieses ist mittig zu positionieren, die Abheber über 90° zu verdrehen, damit eine 100%ige Verriegelung gewährleistet ist.

Wenn mit Staplern abgeladen wird, sind die Gabelauflager mit einem weichen Material zu belegen, um Kanten und Ecken der Rinnen zu schützen.

Die Lagerung der Rinnen bis zum Einbau hat so zu erfolgen, dass keine Beschädigungen auftreten.

3. Das Auflager

Das Auflager unterhalb der Rinnen ist vom Untergrund und von der Verkehrsbelastung abhängig. In der Regel gibt das Planungs- und Ingenieurbüro die Anforderung an das Fundament vor. Bei Verkehrsbelastung bis Klasse D 400 sind eine verdichtete Frostschutzschicht aus Schotter oder Kies/Sand sowie einer Sauberkeitsschicht aus Beton C 25/30 notwendig. Die Gründung der Sauberkeitsschicht erfolgt dabei auf frostunempfindlichen Boden.

Bei Verkehrsbelastung der Klasse F 900 muss ein statisch errechnetes Fundament als Auflager hergestellt werden. Die entsprechenden Vorgaben sind zwingend einzuhalten.

Die Gründung der Sauberkeitsschicht bzw. des Fundamentes muss auf frostunempfindlichem Boden erfolgen.

Einbau und Auflager für nbw-Schlitzrinnen Klasse D 400

 

Einbau und Auflager für nbw-Schlitzrinnen Klasse F 900

4. Verlegen

Wie in Punkt 1 beschrieben, ist beim Verlegen das mitgelieferte Versetzgehänge zu verwenden. Rinnen der Klasse D 400 sind in das vorbereitete Mörtelbett zu verlegen und bei Bedarf in Flucht und Höhe auszurichten. Montagekeile aus Hartholz haben sich hierbei bewährt. Ein nachträgliches Unterstopfen ist nicht zugelassen.

Beim Verlegen der Schlitzrinnen ist darauf zu achten, dass der Dichtring richtig auf dem Spitzende aufgezogen ist der Dichtring vorgeschmiert ist (Gleitmittel) die Oberfläche Muffe/Spitzende sauber ist sich beim Zusammenschieben kein Material zwischen beiden Rinnenkörpern aufbauen kann.

Der Abstand zwischen den Rinnen beträgt in der Regel 0,8 – 1,0 cm und kann problemlos mit zwei Gliedern eines Zollstockes eingehalten werden.

Die Längsfugen und Querfugen zwischen den Rinnen sind mit einem geeigneten Füllstoff abzudichten.

Deckenfertiger oder Walzen sind bei Ihrem Einsatz so zu steuern, dass keine Beschädigungen der Schlitzrinnen auftreten.

Aus den anschließenden Verkehrsflächen dürfen keine Kräfte, wie z. B. Temperatur-schwankungen auf die Schlitzrinnen übertragen werden. Sollten diese Verkehrsflächen aus steifen Materialien bestehen, so sind entlang der Rinnen in den Platten ausreichend dimensionierte Dehnungsfugen auszuführen.

Um Bremskräfte auf die angrenzenden Oberflächen zu übertragen, sind zwischen Rinnenelement und Verkehrsfläche auf gesamter Rinnenhöhe durchgehend Polystyrol-Extruderschaumstoffplatten (WPS), Weichfaserplatten oder gleichwertige Materialien einzubauen. Diese müssen so stark ausgelegt sein, dass es bei Ausdehnungen der angrenzenden Verkehrsflächen zu keiner Übertragung der Horizontalkräfte auf die Rinnen kommt.

Sämtliche entstandenen Längs- und Querfugen sind so mit einem elastischen Fugenmaterial zu verschließen, dass dieses auch bei Dehnungen dauerhaft verschlossen bleibt.

5. Fertigstellung

Zum Schutz der Stahlbeton-Schlitzrinnen dürfen diese während des Bauzustandes vor Fertigstellung der angrenzenden Verkehrsflächen nicht befahren werden. Bei der Herstellung dieser Flächen ist darauf zu achten, dass Verdichtungsgeräte oder Fahrbahnfertiger dabei nicht zu dicht an die Rinnen gelangen.

6. Allgemeiner Hinweis

Die genannten Verlegehinweise sind allgemein zu betrachten und beziehen sich nicht auf spezielle Einbaufälle. Konkrete Anforderungen aus dem Leistungsverzeichnis, statischer Notwendigkeit oder anderen Fällen sind trotzdem zwingend zu beachten. Die allgemeinen Richtlinien für das Verlegen von Stahlbetonschlitzrinnen können jederzeit auch ohne Vorankündigung geändert werden. Die aktuelle Version ist auf unserer Homepage www.nbw-betonwerk.de zu finden.

Stand: 01.06.2007