Merkblatt zur Nachrüstung bestehender Kleinkläranlagen

1.1 Planerische und allgemeine Vorarbeiten

  • Bei Auftragserteilung muss ein genauer Plan mit der vorhandenen Behältergeometrie vorliegen. Der Nachrüstsatz wird objektbezogen und individuell produziert.
  • Der Auftrag an uns entbindet den Bauherrn nicht von der Verpflichtung, planungs- oder wasserrechtliche Vorgaben sowie Unfallverhütungsvorschriften zu erfüllen (z.B. Wasserrechtsverfahren, Eingabeplan LRA, Abnahme durch privaten Sachverständigen, …)
  • Der Aufstellort für den Steuerschrank muss trocken und gut belüftet sein.
  • Eine mit mind. 10 Ampere separat abgesicherte 230 Volt Steckdose zum Anschluss der Steuerung ist zu installieren.

1.2 Bautechnische Vorarbeiten

  • Umbau- und Abdichtungsarbeiten im Behälter müssen vor Montagebeginn abgeschlossen und eventuell verwendeter Mörtel (MG III) ausgehärtet sein. Die nbw führt keine Grubensanierung durch.
  • Durchtrittsöffnungen bzw. Aussparungen an den vorhandenen Behälterwänden müssen nach unseren Angaben hergestellt werden.
  • Die notwendige Leerrohrverbindung (mind. DN 100, besser DN 150) zwischen Steuerschrank und vorhandener Klärgrube muss möglichst ohne Bögen (max. 15°) verlegt und mit einem Zugdraht versehen sein. Ein Gefälle zur Kläranlage hin ist sinnvoll, damit Kondenswasser in Richtung Grube abfließen kann.
  • Die Einstiegsöffnung in die Klärgrube muss mindestens DN 600 mm betragen.
  • Vorhandene Trennwände im Behälter müssen wasserdicht sein.
  • Keinesfalls bitumenhaltige Anstriche oder Dichtmassen als Abdichtung verwenden!
  • Für eine ausreichende Be-/Entlüftung ist Sorge zu tragen.

Beratungs- und Hinweispflicht:                                                                                                                                          

  • Wir verweisen darauf hin, dass ausschließlich eine ausführliche Untersuchung durch einen Bausachverständigen (in der Regel nicht der PSW) den endgültigen Zustand des vorhandenen Baukörpers aufzeigt. Dieses Gutachten legt in ausführlicher Form genaue Sanierungsvorschläge fest und zeigt ferner, ob der vorhandene Baukörper den aktuellen Vorschriften genügt. Eine solche ausführliche Begutachtung ist im erteilen Auftrag nicht enthalten und kann auch durch nbw Personal nicht erfolgen!
  • Sollte bis zur Nachrüstung durch das nbw Personal keine Bauwerksuntersuchung durch einen Sachverständigen erfolgt sein, werden alle Arbeiten am Bauwerk unter ausdrücklicher Weisung des Auftraggebers und unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung durchgeführt. 
  • Dieser Gewährleistungsausschuss betrifft nicht die technischen Einbauteile des klärofix Rüstsatzes.

1.3 Arbeitssicherheit, hygienische Vorarbeiten

  • Die komplette Kläranlage muss:
  • mind. 24 Stunden vor Arbeitsbeginn unserer Monteure komplett ausgepumpt werden. Während der Montage darf kein Abwasser eingeleitet werden.
  • mittels Hochdruckreiniger gesäubert werden. Es dürfen keine Fäkalreste, Schlamm oder Schleim an den Wänden und am Boden vorhanden sein. Waschwasser ist wieder auszupumpen.
  • mind. 24 Stunden belüftet werden (eventuell ist bei ungünstiger Geometrie eine Zwangsbelüftung mittels Gebläse notwendig!)
  • Während der Montagearbeiten muss bauseitig immer 1 Hilfskraft anwesend sein.

1.4 Inbetriebnahme und Betreiberanweisung

  • Nach Abschluss der Montage wird ein Probelauf durchgeführt und die Anlage in Betrieb genommen. Für den Probelauf ist die Grube aufzufüllen. Die Wasserfüllung soll innerhalb einer Stunde erfolgen, um Wartezeiten unseres Personals zu vermeiden. Längere Wartezeit als eine Stunde wird mit 45,00 € zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer pro Stunde berechnet.
  • Abschließend erfolgt eine Betreibereinweisung.

Hinweis:                                                                                                                                                                             Unser Montagepersonal ist angewiesen, bei Nichteinhaltung der unter 2. und 3. genannten Punkte die Kläranlage nicht zu betreten oder zu besteigen!!! Wenn es uns nicht möglich ist die Nachrüstung durchzuführen, gehen entstandene Kosten wie z.B. An- und Abfahrt zu Lasten des Auftraggebers.